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01.04.10 12:10 Alter: 160 Tage

GdW warnt vor Maßnahmen, die die Finanzierungskonditionen bei langfristigen Krediten für Wohnungsunternehmen verschlechtern

 

Aktuelle Umfrage bei Mitgliedsunternehmen des GdW gibt Auskunft über Finanzierungsbedingungen der Wohnungsunternehmen

Berlin – "Die von der Bundesregierung angestrebte Bankenabgabe und die geplanten Änderungen der Bankenrichtlinie auf europäischer Ebene stellen im Zusammenwirken eine Gefahr für die wohnungswirtschaftliche Finanzierung dar", erklärte Lutz Freitag, Präsident GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen heute anlässlich eines Pressegespräches in Berlin.

 

Eine aktuelle Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen des GdW verdeutlicht, dass zwar rund 71 Prozent der befragten Unternehmen aktuell keine Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Unternehmensfinanzierung sehen. 54 Prozent der Befragten geben dabei an, dass sich die Konditionen im langfristigen Finanzierungsbereich nicht verändert hätten, 29 Prozent sprechen gar von einer Verbesserung. Allerdings erwarten rund 66 Prozent der Unternehmen, dass sich die Konditionen in den nächsten Jahren verschlechtern werden.

 

Bankenabgabe und Änderung der EU-Bankenrichtlinie bedrohen den langfristigen Kredit

 

Problematisch sieht GdW-Präsident Freitag in diesem Zusammenhang die von der Bundesregierung geplante Bankenabgabe. Nach den derzeitigen Plänen sollen alle Banken eine Abgabe bezahlen, die in einen Stabilitätsfonds fließen und so in Zukunft mögliche Bankenschieflagen verhindern soll. "Eine solche Bankenabgabe könnte auch die bisher risikoarm agierenden Banken, die vor allem sichere Wohnungsbaukredite ausreichen, belasten und damit ihre Möglichkeiten der künftigen Kreditvergabe einschränken oder die Finanzierungskosten erhöhen", warnte Freitag. Dies hätte zur Folge, dass sich die Finanzierungsbedingungen für die Wohnungsunternehmen sehr verschlechtern und schlimmstenfalls sogar eine "Kreditklemme" droht. In jedem Fall müsse verhindert werden, dass Wohnungsgenossenschaften mit Spareinrichtungen, die formal zwar als Kreditinstitute gelten, aber nur das Einlagengeschäft zur Finanzierung ihrer Bau- und Investitionskosten betreiben dürfen, ebenfalls zur Bankenabgabe herangezogen werden, erklärte der GdW-Präsident.

 

Darüber hinaus droht auf europäischer Ebene mit der geplanten Änderung der Bankenricht-linie eine Verschärfung der Anforderungen für die Immobilienfinanzierung. "Höhere Eigenkapitalanforderungen für Immobilienkredite und das Absenken der Beleihungsgrenzen unter 60 Prozent des Beleihungswertes würde die Kreditvergabemöglichkeiten der Immobilienfinanzierer weiter erheblich einschränken. Besonders stark wäre von diesen Maßnahmen der langfristige Kredit betroffen, der in Deutschland maßgeblich die Stabilität des Immobilienmarktes sichert und in Europa ohnehin bereits benachteiligt wird", betonte Ingeborg Esser, Mitglied der Geschäftsführung des GdW.

 

Quo vadis wohnungswirtschaftliche Förderprogramme der KfW?

 

Ein wichtiger Finanzierungsweg für die deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen sind die wohnungswirtschaftlichen Förderprogramme der KfW. Allein im letzten Jahr wurde im Bereich der energetischen Modernisierung durch ein Fördervolumen von rd. 2 Mrd. Euro ein Investitionsvolumen von rund 18 Mrd. Euro angestoßen. In diesem Jahr stehen allerdings lediglich rd. 1,3 Mrd. Euro an Haushaltsmitteln für diese Programme zur Verfügung. Dies entspricht einer Reduzierung von rd. 35 Prozent gegenüber dem Jahr 2009. Für 2011 stünden nach der aktuellen Haushaltsplanung lediglich 0,9 Mrd. Euro zur Verfügung. "Ein entscheidender Faktor für die künftige Investitionstätigkeit der Wohnungsunternehmen im Bereich der energetischen Sanierung wird die Fortsetzung der KfW-Förderprogramme nach 2011 sein", betonte Lutz Freitag. Eine Verstetigung der Mittel mindestens auf dem Niveau von 2011 ist zwingend notwendig, damit die Wohnungsunternehmen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2-Reduktion auch weiterhin leisten können.

 

Zum Hintergrund: Bedeutung der Finanzierung für die Wohnungswirtschaft

 

Wohnimmobilien entsprechen 51 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks an Vermögensgütern in Deutschland. Der Wert der Wohngebäude ohne die dazugehörigen Grundstücke beläuft sich auf rd. 3,9 Bio. Euro. Die Wohnungsbauinvestitionen in Deutschland lagen in 2009 bei rd. 137 Mrd. Euro. Der langfristige Fremdkapitalanteil der vom GdW vertretenen Unternehmen liegt bei rd. 57 Prozent. Das entspricht rund 104 Mrd. Euro. Der Fremdkapitalkostensatz liegt bei rund 4 Prozent. Insgesamt ist das System der Immobilienfinanzierung mit langen Zinsbindungsfristen und hohem Eigenkapitalanteil maßgeblich für die Stabilität des deutschen Immobilienmarktes. Im internationalen Vergleich ist der deutsche Wohnimmobilienmarkt besonders stabil. Im Unterschied zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland keinen Subprime-Markt.

 

Die Präsentation zum Pressegespräch steht unter www.gdw.de für Sie bereit.


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